Nachdem die schmierigsten Vorarbeiten erledigt sind, wird unser Schmuckstück gründlichst gereinigt.
Korrosionsanfällige Teile und Gummitüllen werden mit harz- und säurefreien Ölen, Silikonen und ähnlichem gepflegt und vor Feuchtigkeits-Unbilden geschützt.

Kraftstofftanks aus Metall sollten möglichst komplett mit „flüssigen Gold von der Tankstelle“ aufgefüllt werden.
Ein gefüllter Tank beugt Korrosion durch „Schwitzwasser“ einigermaßen vor – verlasst euch nicht auf die angeblich so tolle Tank-Innenversiegelung; manch einer hat sich da schon negativ überraschen lassen müssen.

Kunststofftanks kann man auch weitestgehend entleeren. Sie müssen nicht vor Korrosion geschützt werden.
Außerdem neigen einige Bestandteile des Benzins dazu sich mit der Zeit durch manchen Kunststoff zu verflüchtigen (Diffusion von Gasen und Stoffen). Zurück bleiben die weniger zündfähigen Anteile des Kaftstoffes. Frühere „weiche“ Geländemotorradtanks waren diesbezüglich durchaus berüchtigt.

Wegen solcher „Ausgasungen“ haben wir bereits vorab die Gemischaufbereiter unseres alten Vergaser-Hobels entleert. So entsteht über Winter keine zündunfähige Brühe oder gar verharzter Kraftstoffrückstand in den Schwimmerkammern. Heute übliche Einspritzer sind da durchaus sorgenfreier.

Allerdings ist die Maßnahme nicht unumstritten. Gummiteile innerhalb des Vergasers, wie etwa Dichtungen, neigen (gewollt) bei Kontakt mit Benzin zum „Quellen“, bei „Trockenlegung“ jedoch zum „Einschrumpfen“ und können nach Austrocknung evtl. nicht mehr ordnungsgemäß ihrer Aufgabe nachkommen.
So hatte der Autor in längerer Vergangenheit deshalb bereits bei zwei Motorradmodellen erhebliche Probleme mit inkontinenten Schwimmerkammerdeckeln und ebenfalls mit undichten gummikaschierten Schwimmernnadeln.

Faule Biker belassen die Batterie an Bord und verbinden den Akku mit einem „intelligenten“ Ladungserhaltungsgerät. Empfehlenswerter ist es jedoch, den Stromspeicher auszubauen, komplett aufzuladen und frostfrei einzulagern.
Klar, dass, wenn noch möglich und nötig, vorher auch der Säurestand kontrolliert und korrigiert wird.

Nun kommt der Bock in die Aufrechte, sprich auf den Mittelständer oder wir entlasten sonstwie einigermaßen die Räder um die sog. Standplatten bei den teuren Gummis zu vermeiden.
Früher, als Motorräder meist doppelschleifig gerahmt waren, musste bei ganz Peniblen häufig die Bierkiste zur freischwebenden Auflagerung herhalten. Zuerst schwebte der Biker – die Kiste musste ja vorab sinnfällig um ihren Inhalt erleichtert werden – hernach hoffentlich das Motorrad, ohne Bodenkontakt.
Den Reifendruck erhöhen wir geringfügig, um „Unrundungen“ durch Füllungs-Fluktuation zu vermeiden.

Zuguterletzt – sollte man nicht zu den im 1. Teil benannten „Hardlinern mit Wohnzimmer“ zählen – deckt man sein Lieblingsgefährt sorgfältig mit einem diffusionsfähigen Überzug, etwa mit einem Leinenlaken oder mit im Handel erhältlichen speziellen Produkten, staubschützend und atmungsfähig ab.

Nachdem wir nun alles Sinnvolle zur schadfreien Überwinterung unseres Mopeds getan haben, bleibt uns nun noch von der nächsten Saison zu träumen, gelegentlich nach der stillen Maschine zu sehen und dann sicherlich klammheimlich und liebevoll über die erotischen Rundungen, Ecken und Kanten der Bedeckten zu streichen.

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