Das winterfeste Einmotten des Motorrades

kommt naturgemäß immer zum Saisonende in des Bikers sensiblen Sinn. Im I-Net finden sich so auch zahlenmäßig reichliche Beiträge zu der Thematik. Also darf`s hier auf MotorBiker-OWL.de schon mal gar nicht fehlen.

Günstigstenfalls hat „der Hardliner“ rechtzeitig die ohnehin ewig nörgelnde Ehefrau (Schwarzwaldtour? Gibt`s nicht …! Du hast gefälligst im Haushalt zu helfen.) oder die vermeintliche Freundin (deren Hintern passt doch eh nie wirklich auf den Soziusplatz) aus seinem Umfeld verbannt und kann so seinem geliebten Gefährt ein adäquates Plätzchen im  wohltemperierten Wohnzimmer zuweisen. Konservative- oder „sonstwie andersartige Biker-Naturen“ sollten zumindest über ein leidlich trockenes Ersatz-Plätzchen, wie etwa eine Garage oder einen Schuppen, für die wahre Geliebte verfügen.


Sind also die emotionalen Hürden übersprungen und die nötigen Voraussetzungen geschaffen, kann man(n) die Sache im Folgenden überlegt angehen.

Zuerst kümmern wir uns um`s Ölige und andere Schmierereien.

Auch wenn der nächste Motorölwechsel erst für „in 2000 km“ terminiert ist, sollte die Brühe vor einem längerfristigen Stillstand des Motorrades gewechselt werden.
Im stark gebrauchten Motoröl finden sich sog. säurebildende Chemikalien sowie immer auch Wasseranteile. Der Wassergehalt verdampft beim Betrieb des Motors weitgehend, jedoch bei langanhaltendem Stillstand emulgieren die Flüssigkeiten zu einem recht aggressiven Cocktail. Dem kann mit dem Ölwechsel vorgebeugt werden.

Bei der Gelegenheit, spätestens jedoch zur Wiederinbetriebnahme, sind ebenfalls die Bremsflüssigkeiten auf ihre Einsatztauglichkeit hin zu überprüfen, ggf. zu ersetzen.
Die üblicherweise vorgeschriebenen Bremsöle bis Spezifikation DOT4 sind arge „Wasserzieher“ (hygroskopisch). Wasser setzt den Siedepunkt des Öles herab, das führt beim starken Bremsen zur sog. Dampfblasenbildung (Ausdunstung des Sauerstoffanteils im Wasser) im System und kann im Extremfall zum Versagen der Bremsanlage führen.

Auch ein etwaig vorhandener Kardanantrieb und natürlich die Telegabel können angelegentlich mit neuer Ölbefüllung bedacht werden.
Eine ausgiebige Gliederpflege darf jedoch auf keinen Fall unter den Tisch fallen, um Verhärtungen und Versteifungen zu vermeiden. Die Kette wird es mit langer Ausdauer und geschmeidigem Lauf danken.
Überhaupt macht sich ein kompletter Abschmierdienst vor der Stilllegung recht gut, ist dann doch der Bock zu Saisonbeginn quasi sofort sprungbereit.

Watercooled Engine? Kühlmittelstand und Frostschutz … test it – fill it !

Die Werkstätten der Moped-Dealer freuen sich ebenfalls wenn sie auch am Winteranfang halbwegs ihre evtl. Kompetenzen auslasten können, statt im Frühjahr Sonderschichten fahren zu müssen. Vielfach wird für eine außersaisonale Inspektion gar ein kostenfreier oder vergünstigter Transportdienst für das Zweirad angeboten.

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