… dachte ich mir heute Mittag, als die Sonne just in unsere Sonnenkollektoren lachte.
Zu schade, um die Zeit auf dem Sofa oder vor`m PC zu verlümmeln; zumal sich Unruhe, in Form bald aus dem Wochenende zurückkehrender Familie androhte.

Nochmal kurz ins Internet geschaut – keine Mitfahrer in Sicht – also Back to the Roots; will heißen „alleine ausreiten“.

Die Yamaha-Bulldog hatte ich bereits vormittags notdürftig von den gestrigen Tourenrückständen befreit.
Aufgestiegen und … doch wohin!?
Garmin Zumo hatte noch `ne jungfräuliche Nord-Strecke für mich parat.
Die hatte ich bereits im Frühjahr als Notnagel für alle Fälle ausbaldowert; großzügige Tour rund um die Niedersachsenhochburg Osnabrück.

Borgloh stand früh dem Programm … also die alte Bergrennstrecke runtergeeiert … supergeil … bis mir der erste irre Gebückte auf meiner Seite entgegenkam – und da war irgendwo ein Nest.
Ich folgte dem Navi bald blöd nach und durch durch GM-Hütte. War schon immer einer meiner Favoriten in „hübsch-hässlich“.
Gefühlte 17 Kreisverkehre und 63 drumherumschleichende
Prinz-Heinrich-Mützen-Träger später stach ich bei Hagen a.T.W. quer durch den Mittelgebirgswald.

Straßen trocken, kein Laub in der Spur – Gasgeben war rechts!

Irgendwann, ganz plötzlich, sollte ich rechts ab. Die Straße breit wie ein Mittelklassewagen, nur nicht so komfortabel. Nachdem mitten im Wald der Fahrbahnbelag von löcherigem Asphalt auf reinen Schotter wechselte und das Navi mir noch 3,7 km Geradeausfahrt androhte, kamen mir leise Zweifel an meinem Tun. Schließlich nahm ich meine Bulldog kurz und erreichte über den Hof einer Forellenzucht tatsächlich wieder leidlich festen Grund.

Von da an habe ich mir keinen Kopf mehr über schäbige Straßen gemacht, bis ich irgendwann in Velpe ankam.
Guter Asphalt, trotzdem max. 30 auf die Uhr geschrieben – es hatte unendlich viele Kothaufen auf der Ideallinie.
Nachdem auch diese Schei…e bezwungen war, gings auf großzügigen Landstraßen über Neuenkichen nach Ankum. Da war endlich mal wieder `ne Kippenpause angesagt.

Welch Idylle – nebenher 2 Junggäule durchs nebenstehende Gatter gekrault und prompt dafür `ne zähe Ladung Pferdemaulschleim auf der Mopedjacke eingehandelt. Man(n) sollte sich eben nicht leichtfertig mit unbekannten Stuten einlassen.

Also Dogge an … die aufdringlichen Geschöpfe quer verbellt und in Richtung Alfhausen weitergeritten.
Da haust bestimmt der aus einer früheren Fernsehserie geläufige „Alf, der Außerirdische von Melmac„, der bekanntermaßen liebend gerne gemeine Hauskatzen verspeist.
Mich wollte dort ein beflügelter Ford Focus speisen; Riesenschürzen ringsum, wassereimergroße Abblasöffnungen – sah aus wie Rally, ging ab wie Rally – 2,5-Liter-Fünfzylinder mit 225 PS.

Ich habe den Protz-Proll großzügig ziehen lassen und bin über Engte, Vehrte, Schledehausen adrenalinberuhigt Richtung Heimat gegondelt – immer die schon tief stehende Sonne im Rücken … schlau schlau.
Diese 176 kurzen Landstraßenkilometer haben heute mal schmerzlichen Druck aufs Steißbein gegeben … hmmm – aber geil war`s!

Fazit:
So wie heute kann der Herbst bis Weihnachten weitergehen und dann darf der Frühling kommen.