…die Polizei

Es begab sich am frühen Nachmittag des 01. Mai anno 2009.
Das Mittagsmahl war eingenommen, die Witterung mühte sich, endlich mal den Ankündigungen entsprechend aufzuklaren.

Also Bahn frei, für Hotte und Hund!

Schnell umgezogen und den Bulldog an die lange Leine genommen … Wiehengebirge und Osning wurde kurzfristig als feiertägliche Auslaufzone auserkoren.

Was da alles unterwegs war … Dosen ohne Ende, fast noch mehr Mopeds und Unmengen in Viererreihe nebeneinander herumgondelnde fahrradelnde Großfamilien und ähnliche Gesellschaften. Von den ständig die Fahrbahn kreuzenden Bollerwagen und herumrollenden Bierflaschen ganz zu schweigen.

Nach gefühlten 100 Ausweichmanövern und entsprechend halbgarer Fahrweise ging es schließlich leicht genervt wieder Richtung Heimat.
Hmm … noch schnell in Melle-Oldendorf den kurvenreichen Wald-und Bergpfad Richtung Bad Essen mitnehmen.
Gas auf … boooaaaahhhh … schon vor der ersten Kurve meinte ein von einem Gehöft einbiegendes Pseudo-Försterauto auf grobprofilierten Reifen den Spaß dämpfen zu müssen.

Das ging nun gar nicht – 4 enge Kurven habe ich ihm bei 35 km/h gegönnt – dann war SCHLUSS mit LUSTIG.
Bulldog jault auf – Geländewagen wird in Kurve 5 mühelos und standesgemäß außenrum niedergemacht.

Kaum die nächste Rechtskurve auf der Mittellinie balancierend durchstochen, winkt „uns“, rechter Hand voraus, ein am Wegesrand verweilender Herr in blauem Ornat freundlich und einladend entgegen.

Sch… …blauer Dress, silberblauer VW-Passat mit blauer Dachbeleuchtung …!

„Dies ist keine Verkehrskontrolle!“
„Aha … was dann?“
„Ich hörte Sie kommen und möchte Ihnen lediglich über die Straße helfen“
„Sehe ich so aus wie Oma-80?“
„Nee, ich bin Motorrad-Instrukteur bei der Meller Polizei und schaue mir hier die Ideallinien der vorbeifahrenen Biker an. Sehr bedenklich, was man da manchmal zu sehen bekommt.“

Nun denn … ich habe ihm natürlich nicht vom vorangegangenen Überholmanöver mit dem Geländewagen erzählt.
Schließlich musste dafür die durchgezogene Mittellinie dran glauben.

Dennoch – eine 10-minütige Exkursion über Motorradfahrphysik im Einzelnen und vorausschauende Kurvendurcheilungstechnik im Speziellen wurde mir nachfolgend wohlwollend zuteil.

(Um nicht unfreundlich oder gar unbelehrbar zu wirken, hatte ich angelegentlich sogar den mir üblichen Ohrenstöpsel aus dem linken Lauscher entfernt.)

Alles nichts Neues … und gute Vorsätze hegt unsereiner ja selbst auch immer mal wieder.
Beeindruckt hat mich die kompetente An- und Absicht und die echte Freundlichkeit des Herrn Ordnungshüters – ganz ohne die üblicherweise durchscheinenden Abzockermanieren.

Die Weiterfahrt gestaltete sich geradezu vorbildlich, gelegentliche Geschwindigkeitsübertretungen wurden dem bekannt voreilenden Geschwindigkeitsmesser zugeschrieben.

Achja… der Geländewagenheini war natürlich längst saublöd grinsend vorbeigezuckelt.